Bei 40 % der Menschen, die eine Kündigung erhalten, dauert das Kündigungsgespräch kaum 5 Minuten. (1) Die Wirkung hält aber oft Monate oder Jahre an.
Ich kenne dieses Gefühl aus eigener Erfahrung: gekündigt zu werden. Man zieht dir den Boden unter den Füßen weg. In meinem Fall kam es unangekündigt, wenn auch nicht überraschend, eigentlich.
Es gab immer wieder Auseinandersetzungen und unterschiedliche Sichtweisen mit meinem damaligen Vorgesetzen.
Naja – Ober sticht Unter. Nichtsdestotrotz, ich habe gekämpft. Auf verlorenem Posten mich immer noch mehr bemüht.
Und dann traf es mich „out of the Blue“: Freitag, vor dem Wochen-Meeting, rein ins Büro des Geschäftsführers, Zack, bumm. Wie in Trance bin ich danach abgezogen, konnte nichts mehr sagen, nichts fragen. Coolness bewahren, raus aus dem Büro, aus dem Gebäude, schnell, voller Scham weg.
Es ist total unfair. Warum ich? Es folgt die große Aufregung, Ungläubigkeit – wie kann MIR sowas passieren? Nach dem Kampf, der Anstrengung, der Verweigerung, folgt die Ungläubigkeit und Unfähigkeit das Ereignis einzuordnen. Angst und Scham, das Gefühl nicht zu genügen und für alle Zeiten mit einem Makel gezeichnet zu sein.
Es folgt die Veränderungs- (Trauer-)Kurve rauf und runter.
Was ich selbst erlebt habe – und in meinen Coachings mit Klient:innen immer wieder erlebe, ist es besonders wichtig, durch diese emotionale Krise durchzugehen. Nur wer den Mut hat, sich mit den negativen Gefühlen von Angst, Trauer und Scham auseinander zu setzen, kann durch das „Tal der Tränen“ gut durchkommen.
Andernfalls droht es, in einer „Rationalisierungsschleife“ hängen zu bleiben. Dann verlieren wir jedenfalls viel Energie, die uns bei der wirklichen Bewältigung der Situation fehlt.
(Vielleicht kennst du auch jemanden, der seit 15 Jahren dem Ex-Partner nicht verzeihen kann. Und damit diesen Ereignissen aus der Vergangenheit in der Gegenwart sehr viel Macht gibt.)
In einem Bewerbungsprozess wirkt es sich oft sehr nachtteilig aus, wenn man hier nicht Klarschiff gemacht hat. Die Trennungsgeschichte von früheren Positionen ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Thema im Interview.
Da brauchen wir nicht nur eine smarte Story, sondern vor allem müssen wir gefühlsmäßig hier über dem Berg sein.
Also, wenn wir über wichtige Schritte in der Vorbereitung von guten Bewerbungsprozessen reden, ist das „Frieden machen mit dem was war“ ein besonders wichtiger Empowerment-Schritt.
Welche Erfahrungen hast du damit schon gemacht? Wie hast du die Kündigung emotional überwunden? Schreib‘ mir gerne deine Erfahrungen!
(1) Quelle: HR Works Kündigungsreport 2026 https://www.hrworks.de/downloads/kuendigungsreport-2026/#Kuendigungsreport2026
